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Sakroileitis: Der Beckenknochen setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, nämlich dem Kreuzbein (Os sacrum), den Darmbeinen (= Os ileum), den Sitzbeinen (= Os ischiadicum) und dem Schambein (Os pubis). Zwischen dem Kreuzbein und den beiden Darmbeinen (Beckenschaufeln) besteht eine Gelenkfuge, das sogenannte Kreuz-Darmbeingelenk oder Sakroiliacalgelenk. Hier kann es ähnlich wie bei anderen Gelenken auch, zu einer Entzündung kommen. Diese äußert sich typischerweise in tiefsitzenden Kreuzschmerzen, von denen man während der frühen Morgenstunden erwacht. Die Diagnose einer Sakroileitis bedarf einer genauen körperlichen Untersuchung durch den Arzt und wird durch Röntgenuntersuchungen weiter gesichert. Eine mit einer Sakroileitis häufig einhergehende entzündliche Gelenkerkrankung ist der Morbus Bechterew.
Sarkoidose: = Boeck Erkrankung (sprich "Buck"). Bei dieser Erkrankung kommt es aus ungeklärter Ursache zu einer Entzündung des Lungengewebes. Diese läßt sich zunächst meist nur im Röntgenbild der Lunge feststellen, kann dann aber zu einer zunehmenden Vernarbung (Lungenfibrose) der Lunge und damit zu einer Störung der Atmung (Luftnot) führen. In diesen Fällen ist eine Behandlung mit Cortison unumgänglich. Eine besondere Form der Sarkoidose, die häufiger bei jüngeren Frauen beobachtet wird, ist das sogenannte Löfgren-Syndrom. Dabei kommt es akut zu einer Schwellung von Lymphknoten im Brustkorb (dies sieht man nur im Röntgenbild), zur Entzündung von Gelenken sowie zum Auftreten schmerzhafter bläulich-livider Knoten (= Erythema nodosum) typischerweise an den Streckseiten der Unterschenkel. Die Erkrankung heilt glücklicherweise in vielen Fällen von alleine aus, ohne daß es zu einer Übergang in die Boeck-Erkrankung der Lunge kommt.
Schwanenhalsdeformität: Bei Entzündungen der Fingergelenke kommt es zu Verformungen der Finger, wie sie bei einem Gesunden nicht möglich wären. Die Schwanenhalsdeformität ist eine solche, bei chronischer Polyarthritis in fortgeschrittenen Stadium häufiger beobachtete Deformität der Finger.
Sharp-Syndrom: Lupus erythematodes, Sklerodermie, Polymyositis und Dermatomyositis sind Erkrankungen, die man wegen ihrer gemeinsamen Eigenschaft, zu Entzündungen im Bindegewebe zu führen, als Kollagenosen bezeichnet. Diesen Erkrankungen ist auch gemeinsam, daß sie Folge fehlgesteuerter Abwehrreaktionen des Körpers gegen körpereigene Gewebe sind (sogenannte Autoimmunkrankheiten). Während sich die genannten Erkrankungen in ihren Krankheitserscheinungen z.T. deutlich unterscheiden, findet man bei der Mischkollagenose ein Mischbild mit charakteristischen Krankheitserscheinungen und Laborbefunden von Lupus erythematodes, Sklerodermie, Dermatomyositis und chronischer Polyarthritis. Typisch ist dabei auch der Nachweis eines bestimmten Antikörpers im Blut, des sogenannten U-RNP-Antikörper.
Sicca-Syndrom: Als Sicca-Syndrom bezeichnet man ein Krankheitsbild, das durch eine gestörte Funktion verschiedener Drüsen (Tränendrüsen, Speicheldrüsen) gekennzeichnet ist. Dabei kommt es zu einer verminderten Tränenbildung ("dry eye") mit der Folge von Hornhautschäden und einer Entzündung der Bindehaut sowie zu einer verminderten Speichelbildung ("dry mouth) mit Mundtrockenheit. Ein Sicca-Syndrom kann als isolierte Erkrankung auftreten, aber auch Begleiterscheinung der chronischen Polyarthritis oder anderer entzündlich-rheumatischer Erkrankungen sein. Man kann die Beschwerden durch Verwendung "künstlicher Tränen" und von "künstlichem Speichel" lindern.
Sjögren-Syndrom: Das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es durch eine aus ungeklärten Gründen fehlgesteuerte Abwehrreaktion des Körpers zu entzündlichen Veränderungen an verschiedenen Körperdrüsen kommt, insbesondere den Tränendrüsen und Speicheldrüsen. Es deckt sich in seinem Beschwerdebild weitgehend mit dem Sicca-Syndrom. Wie dieses kann es als isolierte Erkrankung oder als Begleiterscheinung anderer entzündlich rheumatischer Krankheiten auftreten.
Sklerodermie: Die Sklerodermie ist eine Autoimmunerkrankung. Aus ungeklärter Ursache kommt es dabei durch eine fehlgesteuerte Abwehrreaktion des Körpers zu entzündlichen Veränderungen im Bindegewebe. Typisch ist dabei, daß die Erkrankung zunächst, vor allem im Bereich der Finger, zu einer entzündlichen Schwellung der Haut führt, die anschließend derb und verhärtet wird. Es gibt eine lokalisierte Form der Sklerodermie, bei der solche Veränderungen im Bereich der Haut (Hände, Arme, Gesicht) einerseits auftreten kann (nicht muß!), es andererseits aber auch zu Störungen der Beweglichkeit der Speiseröhre mit Schluckstörungen und Sodbrennen kommen kann. Die sogenannte systemische Form der Sklerodermie (= progressive systemische Sklerose) betrifft auch andere Organe wie das Herz oder die Nieren, an der sie zu Funktionsstörungen führen kann.
Spondylarthritis: = Entzündung der Wirbelgelenke. Eine Gelenkentzündung beobachtet man nicht nur an großen Gelenken, wie Kniegelenk, Hüftgelenk oder an den Fingergelenken. Sie kann auch die gelenkigen Verbindungen und Bänder zwischen den einzelnen Wirbelkörpern betreffen. Dort äußert sie sich in Schmerzen, Steifigkeit und auf Dauer in einer bleibenden Versteifung der Wirbel. Die bekannteste Form einer Spondylarthritis ist der Morbus Bechterew. Man beobachtet sie aber auch bei anderen Formen der Gelenkentzündung wie z.B. beim Schuppenflechten-Rheumatismus (Psoriasis-Arthritis). Wichtiges Ziel der Behandlung einer Spondylarthritis ist es, zu erreichen, daß die betroffenen Wirbel so versteifen, daß es zu keiner Wirbelsäulenverkrümmung kommt. Man erreicht dies am besten durch eine regelmäßige Krankengymnastik, die man nach entsprechender Anleitung auch alleine zu Hause durchführen kann.
Synovialitis: = Gelenkhautentzündung. Eigentlich beginnt jede Arthritis mit einer Synovitis. Die Entzündung der Gelenkhaut kann aber auf den Knochen übergreifen und diesen zerstören.
Szintigrafie: Bei der Szintigrafie verwendet man radioaktive Substanzen, die in den Blutkreislauf gespritzt werden und sich dann in bestimmten Organen vorübergehend ansammeln. Mittels spezieller Aufnahmegeräte können die von diesen "Radionukliden" ausgesandten Strahlen nachgewiesen werden und die Verteilung der Radionuklide im Körper dargestellt werden. Man gewinnt dadurch Rückschlüsse auf die Form und Funktion der untersuchten Organe. Je nach Art des verwendeten "Radionuklid" können verschiedene Organe dargestellt werden, z.B. Schilddrüse oder Gelenke. Bei der Knochen- oder Gelenkszintigrafie wandern die Radionuklide bevorzugt dorthin, wo Gelenke entzündet sind. Man kann so nachweisen, ob Gelenke entzündet sind und wenn ja, welche. Die Radioaktivität der bei der Szintigrafie benutzten Radionuklide ist nur von kurzer Dauer. Deshalb unterscheidet sich die Untersuchung hinsichtlich der Gefährdung durch Strahlen nicht wesentlich von einer normalen Röntgenuntersuchung.
© Arbeitsgruppe "Rheumatologie Online", St. Willibrord-Spital Emmerich