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Radikuläres Syndrom: Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule und Bandscheibenvorfälle können zur Einklemmung der Nervenwurzeln führen, welche das Rückenmark durch Öffnungen im Wirbelknochen verlassen. Den Nervenwurzeln sind bestimmte Bereiche der Haut zugeordnet (sogenannte Segmente), von denen Berührungs- und Schmerzempfinden über die Nervenwurzeln zum Gehirn geleitet werden. Bei Einklemmungen und Schädigungen der Nervenwurzeln kommt es in diesen zugehörigen Hautbereichen zum Auftreten von Schmerzen und Mißempfindungen, in fortgeschrittenen Fällen auch zu Muskellähmungen. Diese Beschwerden werden aufgrund ihrer gemeinsamen Ursache, der Einklemmung von Nervenwurzeln als radikulär (= von den Wurzeln herrührend) bezeichnet.
Radiosynorviothese: Da bei einer Gelenkentzündung in erster Linie die Gelenkhaut und nicht der Knochen entzündet ist, kann man eine Gelenkentzündung auch dadurch lindern, daß man überschüssige und entzündete Gelenkhaut entfernt. Dies kann durch eine Operation erfolgen (sogenannte Synovektomie), durch Injektion von Chemikalien in das Gelenk (= Chemosynorviothese) oder durch Injektion radioaktiver Substanzen in das Gelenk (= Radiosynorviothese). Die bei der Radiosynorviothese in das Gelenk eingebrachten Substanzen senden radioaktive Strahlen aus. Diese führen zu einer teilweise Zerstörung der Gelenkhaut. Die Radioaktivität der eingebrachten Substanzen ist nur von begrenzter Dauer, man braucht also keine "Verstrahlung" zu fürchten.
Rantudil®: Rantudil® (Wirkstoff Acemethacin) ist ein sogenanntes nichtsteroidales Antirheumatikum. Dies sind entzündungs- und schmerzstillende Medikamente, die kein Cortison enthalten. Sie wirken symptomatisch, das heißt, sie verhindern keine rheumatischen Entzündungen. Bei chronischen Gelenkentzündungen kombiniert man diese Behandlung deshalb häufig mit sogenannten Basistherapeutika, die die rheumatische Entzündung bereits im Entstehen verhindern sollen. Ein Nachteil der NSAR ist, daß sie die Magenschleimhaut angreifen und zu Magengeschwüren führen können. Deshalb kombiniert man sie manchmal direkt mit Medikamenten, die vor Magengeschwüren schützen sollen (sogenannter "Magenschutz").
Raynaud-Phänomen: = Raynaud-Syndrom. Hierbei kommt es anfallsartig zu Verkrampfungen (Spasmen) im Bereich kleiner Schlagadern der Finger oder Zehen, die häufig durch Kälte ausgelöst werden. Man erkennt dies daran, daß die betroffenen Finger zunächst blau werden, anschließend leichenblaß, wie abgestorben und schließlich gerötet sind. Der Anfall dauert wenige Minuten bis maximal 1 Stunde. Das Raynaud-Phänomen kann ohne erkennbare Ursache als ein zwar unangenehmes aber harmloses Phänomen auftreten, es kann aber auch hinweisend sein auf zahlreiche andere Erkrankungen, unter anderem auch entzündlich-rheumatischer Natur. In ausgeprägten Fällen versucht man, dem Raynaud-Syndrom durch Gabe durchblutungsfördernder Medikamente zu begegnen.
Reaktive Arthritis: Bei der reaktiven Arthritis reagiert das Abwehrsystem des Körpers auf eine Infektion z.B. durch Bakterien oder Würmer mit einer Gelenkentzündung (Arthritis). Oft verschwindet diese reaktive Arthritis mit Verschwinden der Infektion, sie kann in manchen Fällen aber unbhängig davon bestehen bleiben.
Reiter-Syndrom: Das Reiter-Syndrom ist eine Sonderform der reaktiven Arthritis. Ursache ist oft eine Infektion der Harnorgane durch Bakterien (z.B. Chlamydien oder Mykoplasmen), manchmal auch eine bakterielle Infektion des Darmes (z.B. Shigellen). Dabei kommt es als Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems zu einer fehlgeleiteten entzündlichen Reaktion an Gelenken (z.B. Kniegelenk) und typischerweise auch zu Entzündungen an den Augen (z.B. Bindehautentzündung). Im typischen Fall findet sich dann die "Reiter-Trias" mit Harnröhren-Entzündung, Bindehautentzündung und Gelenkentzündung (Urethritis, Konjunktivitis, Arthritis). Man behandelt dieseErkrankung mit Antibiotika. In manchen Fällen kommt es dennoch zu einer Verselbständigung der Gelenkentzündung, die dann chronisch wird.