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Laboruntersuchungen: Sie sind nur ein Baustein in der Diagnose rheumatischer Erkrankungen. Es ist z.B. falsch, alleine wegen des Nachweises eines positiven Rheumafaktors im Blut die Diagnose chronische Polyarthritis zu stellen. Dies darf man erst dann tun, wenn ein Patient auch entsprechende Beschwerden und Befunde (Gelenkschwellung etc.) hat.
Lederlon®: Lederlon® ist ein Cortisonpräparat, das häufig in entzündete Gelenke gespritzt wird. Damit bringt man das Cortison an den Ort der Entzündung. Es wirkt dort und gelangt nur in minimalen Mengen in den übrigen Körper. Dadurch ist die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen des Cortisons (z.B. Osteoporose) deutlich gemindert.
Leukopenie: = Mangel an weißen Blutkörperchen. Hierfür gibt es zahlreiche mögliche Gründe, z.B. Bluterkrankungen, Infektionen, rheumatische Entzündungen oder Nebenwirkung von Medikamenten.
Leukozytose: = Vermehrung der weißen Blutkörperchen. Dabei ist diese Vermehrung der weißen Blutkörperchen nicht mit einer Leukämie gleichzusetzen. Eine Leukozytose ist vielmehr eine häufige Begleiterscheinung von Infektionen, kann aber auch Folge unterschiedlichster anderer Ursachen sein, z.B. Rauchen, rheumatische Erkrankungen, Medikamente, Streß usw.
Löfgren-Syndrom: Das Löfgren--Syndrom beschreibt eine häufig bei jüngeren Frauen vorkommende Erkrankung, bei der es zu einer Entzündung der Sprunggelenke, verbunden mit schmerzhaften, z.T. auch knotigen Hautveränderungen an den Unterschenkeln oder Unterarmen (sog. Erythema nodosum) und einer im Röntgenbild der Lunge sichtbaren Vergrößerung von Lymphknoten im Brustkorb kommt. Die Erkrankung bildet sich meist spontan zurück. Sie kann aber auch in eine chronische Verlaufsform übergehen, bei der es zu narbigen Veränderungen der Lunge kommt (sogenannte Sarkoidose oder Morbus Boeck).
Lumbalgie: = Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Rückenschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. So können Sie Folgen von Muskelschwäche und einer dadurch bedingten Körperfehlhaltung sein (häufig), manchmal auch durch einen Bandscheibenschaden entstehen. Weitere Ursache sind Entzündungen des Knochens oder der zwischen den Wirbelkörpern befindlichen Gelenke. Man muß auch daran denken, daß innere Erkrankungen, z.B. der Bauchspeicheldrüse, der Prostata oder der inneren weiblichen Geschlechtsorgane hinter dem Symptom Rückenschmerz versteckt sein können.
Lupus erythematodes: Der Lupus erythematodes ist eine sogenannte Autoimmunkrankheit. Dabei kommt es aus ungeklärten Gründen zu einer Fehlsteuerung der körpereigenen Abwehr, die dazu führt, daß der Körper versucht, körpereigenes Gewebe durch eine entzündliche Reaktion zu entfernen. Der Lupus erythematodes kann auf die Haut beschränkt bleiben und dort zu typischen Hautveränderungen führen. Gefürchteter ist die den ganzen Körper betreffende Krankheitsform, der sogenannte systemische Lupus erythematodes. Hierbei kann es neben den genannten Hautveränderungen zu Entzündungen der Gelenke, Störungen der Nierenfunktion, des Nervensystems und der Leber kommen. Außerdem können Fieber und Blutbildveränderungen auftreten (z.B. Mangel an roten Blutkörperchen = Anämie). Einige der im Rahmen der fehlgesteuerten Immunabwehr gegen körpereigenes Gewebe gebildeten Antikörper (sog. Autoantikörper) lassen sich bei der Erkrankung vermehrt im Blut nachweisen, so z.B. Antikörper gegen Zellkerne (= antinukleäre Antikörper) oder die sogenannten Doppelstrang-DNS-Antikörper (d-DNS-Antikörper). Die Behandlung richtet sich nach dem Schwerebild. Manchmal kann man sogar vollständig auf eine Medikamentengabe verzichten. In anderen Fällen, vor allem bei einem drohenden Versagen der Niere, muß man dagegen mit Cortison und anderen das Immunsystem dämpfenden Medikamenten behandeln (z.B. Cyclophosphamid). Wichtig ist, daß bei ein und demselben Patienten Phasen geringer Krankheitsaktivität und schwerer Erkrankung vorkommen können. Laboruntersuchungen helfen hier einen akuten Krankheitsschub im Beginn zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln, bevor er bedrohlich wird.
Lyme-Arthritis: Die Lyme-Arthritis ist eine durch Borrelien ausgelöste Gelenkentzündung. Borrelien sind Bakterien, die durch den Biß einer bestimmten Zeckenart übertragen werden und unter anderem noch Monate bis Jahre nach einem Zeckenbiß zu Gelenkentzündungen führen können. Die Borrelieninfektion kann auch zu Erkrankungen der Haut, des Herzens und des Nervensystems führen. Die Infektion durch Borrelien läßt sich im Blut durch Bestimmung von Antikörpern nachweisen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.
© Arbeitsgruppe "Rheumatologie Online", St. Willibrord-Spital Emmerich