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Algodystrophie (Syn.: Reflexdystrophisches Syndrom, Morbus Sudeck): Durch verschiedene Ursachen ausgelöste, typischerweise aber nach Verletzungen (Knochenbrüchen) auftretende umschriebene Gewebsschädigung im Bereich der Arme oder Beine mit Beteiligung von Knochen und Weichteilen. Dabei kommt es aus ungeklärter Ursache zunächst zu einer schmerzhaften Schwellung der betroffenen Extremität, später kann diese in eine Vernarbung (Fibrosierung) der beteiligten Weichteile mit ausgeprägter Störung der Beweglichkeit übergehen.
Amyloidose: Bei lange anhaltenden chronischen Entzündungen wie der chronischen Polyarthritis kann es in seltenen Fällen zur Ablagerung eines Eiweißes, des sogenannten Amyloids in verschiedenen Organen (Herz, Nerven, Nieren) mit dadurch bedingten Funktionsstörungen kommen.
Antinukleäre Antikörper: Antikörper gegen Zellkerne (antinukleäre Antikörper), die bei verschiedenen rheumatologischen Erkrankungen im Blut nachgewiesen werden (z.B. Lupus erythematodes), aber auch bei Gesunden auftreten können, ohne Krankheitswert zu besitzen. Bei Patienten mit Lupus erythematodes kann ein Konzentrationsanstieg der antinukleären Antikörper im Blut Hinweis auf eine Verschlimmerung der Krankheit sein.
Anämie: Blutarmut, das heißt ein Mangel an roten Blutkörperchen. Da rote Blutkörperchen für den Sauerstoff-Transport von der Lunge zu den verschiedenen Organen benötigt werden, kann eine Anämie zu einem (inneren) Sauerstoffmangel und damit zur Fehlfunktion von Organen führen. Häufige Ursachen einer Anämie sind akute oder chronische (d.h. über längere Zeit anhaltende) Blutverluste und Entzündungen. Bei rheumatischen Erkrankungen kann eine Anämie Ausdruck einer Entzündung sein. Sie kann aber auch ein Hinweis auf unbemerkte Magenblutungen infolge einer Schädigung der Magenschleimhaut durch Schmerzmittel sein. In diesem Falle sollte eine Magenspiegelung erfolgen, um ein (schmerzloses) Magengeschwür nicht zu übersehen.
ANCA (Anti-Neutrophilen-Cytoplasma-Antikörper): Der Nachweis dieser Antikörper im Blut kann ein Hinweis auf eine sogenannte Wegener´sche Granulomatose sein, eine seltene rheumatologische Erkrankung, deren Kennzeichen eine Gefäßentzündung in verschiedenen Organen (vor allem Lunge und Niere) ist.
Angiitis (Syn.: Vasculitis): Bedeutet Gefäßentzündung. Kann als eigenständige Erkrankung oder auch als Begleiterscheinung rheumatologischer Erkrankungen auftreten. Sie kann praktisch in jedem durchbluteten Organ (einschließlich der Haut) auftreten und dort über Störungen der Durchblutung zu unterschiedlichsten, z.T. auch ausgeprägten Funktionsstörungen führen. Eine Vasculitis muß häufig mit Cortison behandelt werden.
Antibiotika: Eine Gruppe von Medikamenten, die in der Lage sind, Bakterien in ihrem Wachstum zu hemmen oder sie ganz abzutöten.
Antigene: Verschiedene Stoffe (z.B. Eiweiße) und Bestandteile von Organismen (z.B. Bakterien), die das Immunsystem des Menschen als körperfremd und schädlich erkennt. Gegen Antigene bildet der Körper spezifische Antikörper, die diese unschädlich machen und eliminieren helfen.
Antirheumatika, nichtsteroidale: Abkürzung NSAR = Nicht-Steroidale-Anti-Rheumatika. Dies sind entzündungs- und schmerzstillende Medikamente, die kein Cortison enthalten. Sie wirken symptomatisch, das heißt, sie verhindern keine rheumatischen Entzündungen. Bei chronischen Gelenkentzündungen kombiniert man diese Behandlung deshalb häufig mit sogenannten Basistherapeutika, die die rheumatische Entzündung bereits in der Entwicklung verhindern sollen. Ein Nachteil der NSAR ist, daß sie zu Magengeschwüren führen können. Deshalb kombiniert man sie manchmal direkt mit Medikamenten, die vor Magengeschwüren schützen sollen (sogenannter "Magenschutz").
Arbeitstherapie : =Ergotherapie. Eine unerwünschte Folge rheumatischer Erkrankungen ist neben dem Schmerz häufig auch eine Funktionsbeeinträchtigung betroffener Gelenke. Der Ergotherapeut untersucht das Ausmaß solcher Funktionsstörungen (Funktionsmessung), dadurch bedingte Behinderungen alltäglicher Tätigkeiten (z.B. Körperpflege) und versucht diese zu lindern oder zu kompensieren. Gestörte Gelenkfunktionen können z.B. durch ein gezieltes Training verbessert werden (sogenannte funktionelle Ergotherapie). Falls dies nicht mehr möglich ist, berät der Ergotherapeut auch über Hilfsmittel, die es ermöglichen, die gestörte Funktion zu ersetzen. Der Begriff Arbeitstherapie als Beschreibung der Ergotherapie ist heute kaum mehr gebräuchlich.
Arteriitis temporalis: Rheumatische Entzündung der Schläfenarterien, die sich hinter dem Symptom "Kopfschmerzen" verbergen kann. Sie ist häufig mit Symptomen einer "Polymyalgia rheumatika " vergesellschaftet, die mit Muskelschmerzen im Bereich von Schultern, Oberarmen und Oberschenkel, allgemeiner Schwäche und Depressionen einhergehen kann. Die Arteriitis temporalis kann auch andere Arterien betreffen: Gefürchtet wird hier insbesondere eine Entzündung der Augenarterien mit der Gefahr der Erblindung. Mittel der Wahl zur Behandlung der Arteriitis temporalis sind Steroide (Cortison). Sie führen zu einer prompten und vollständigen Beschwerdebesserung. Nach durchschnittlich 2-3 Jahren Behandlungsdauer klingt die Erkrankung dann meist wieder vollständig ab.
Arthritis: Arthritis heißt Gelenkentzündung. Dabei ist nicht der das Gelenk bildende Knochen und Knorpel, sondern die das Gelenk umhüllende Gelenkhaut entzündet. Die entzündete Gelenkhaut kann aber Knorpel und Knochen angreifen und zu somit einer Zerstörung der Gelenkoberfläche und des Knochens führen. Die Folge ist eine zunehmende Bewegungseinschränkung und Zerstörung des Gelenkes.
Arthrografie: Darstellung eines Gelenkes und des Raumes zwischen den Gelenkenden (sogenannter Gelenkspalt) mittels Röntgen und Kontrastmittel. Durch Arthrografie läßt sich z.B. der im Gelenkspalt des Kniegelenkes befindliche Meniskus darstellen.
Arthropathie: Begriff, der üblicherweise eine nichtentzündliche Gelenkerkrankung beschreibt, z.B. Arthropathie bei Blutern oder infolge eines erhöhten Harnsäurespiegels im Blut (sogenannte "Gichtarthropathie").
Arthroskopie: Gelenkspiegelung. Dabei kann der Arzt durch ein dünnes Rohr in ein Gelenk schauen und Veränderungen der Gelenkhaut (Entzündung ?), der Gelenkoberflächen (Verschleiß?) und im Gelenkspalt (z.B. Meniskus) beurteilen und auf diesem Wege oft auch behandeln.
Arthrose: Schädigung eines Gelenkes durch Verlust des die Gelenkenden bedeckenden Knorpels ("Verschleiß"). Die Gelenkenden werden rauh und reiben beim Bewegen des Gelenkes aneinander. Dadurch kommt es zu Schmerzen, gelegentlich auch zu einer Entzündung (sogenannte "aktivierte" Arthrose). Häufige Ursache sind Überlastungen (z.B. Übergewicht), aber auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle.
Arthrosonografie: = Gelenksonografie. Untersuchung von Gelenken mittels Ultraschall.
Antikörper: Aufgabe des Immunsystems ist es, den Körper vor schädigenden körperfremden Organismen (z.B. Bakterien) und Stoffen (z.B. Eiweißen) zu schützen. Dazu bildet der Körper gegen jeden dieser "Eindringlinge" (Antigene) unter anderem spezifische Gegenmittel, die sogenannten Antikörper. So bildet der Körper z.B. gegen das Grippevirus einen speziellen Grippevirus-Antikörper, der das Virus schädigt und seine Entfernung aus dem Körper erleichtert. Die Unschädlichmachung eines Antigens und seine Entfernung aus dem Körper äußert sich oft in Form einer Entzündung (z.B. eitrige Entzündung der Haut nach Infektion mit bestimmten Bakterien).
Autoantikörper: Durch eine Fehlsteuerung kann es passieren, daß das Immunsystem körpereigene Strukturen als "fremd" erkennt und versucht diese durch Antikörper zu eliminieren. Diese Antikörper nennt man Autoantikörper.
Autoimmunkrankheit: Wenn das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Strukturen als "fremd" erkennt, versucht es diese zu eliminieren. Dieser Versuch kann zu einer entzündlichen Reaktion an den als fremd erkannten körpereigenen Strukturen führen. Die Krankheiten, die durch solche gegen körpereigenes Gewebe gerichtete Abwehrreaktionen des Immunsystems (Entzündungen) gekennzeichnet sind, nennt man Autoimmun-Krankheiten.
© Arbeitsgruppe "Rheumatologie Online", St. Willibrord-Spital Emmerich